Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist in der Republik fast überall auf dem Rückzug. Eine Katastrophe für uns Bürger:innen und die Natur. Die Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands fällt unter die Sparte „Landwirtschaftliche Fläche“, damit wird klar wie ausschlaggebend selbige und die Art ihrer Bewirtschaftung ist. Neben der naheliegendsten Aufgabe, der Erhaltung der Nahrungsmittelsicherheit, erfüllt sie weitere wichtige Aufgaben für die Gesellschaft.

Die Artenvielfalt beispielsweise hängt unmittelbar auch mit der Agrarwirtschaft zusammen. Auch wenn es außerhalb der Städte meistens sehr hübsch grün aussieht, ist es im Bezug auf die Artenvielfalt oft eine grüne Wüste. Großflächige Monokulturen ohne Hindernisse für schweres Gerät, sind leichter zu bewirtschaften – das liegt nahe. Wir müssen daher Anreize bieten diese Art der Landschaftsnutzung zu unterbrechen. Möglich ist das beispielsweise durch eine Art Entlohnungssystem:

Wer Obsthochstämme auf seine Weiden pflanzt oder eine Naturhecke statt Zäunen zur Weidenabtrennung nutzt und so Biotope schafft, wird unbürokratisch für den ökologischen Mehrwert und den Mehraufwand entlohnt.

Der Anteil der biologischen Landwirtschaft, die hier dem Wortsinn entsprechend schon einen gewissen Vorteil hat was die Ökologie betrifft, sollte unbedingt gesteigert werden. Gleichzeitig ist die Ökologisierung der konventionellen Landwirtschaft und die dementsprechende Unterstützung nötig um die Landwirtschaft in ihrer Gesamtheit zukunftsfähig zu gestalten.

Ein weiteres Thema ist natürlich die Tierhaltung. Die Massentierhaltung ist ökologisch und ethisch nicht vertretbar. Gleichzeitig gibt es viele kleine Betriebe mit guten Konzepten für die Viehwirtschaft. Durch einen Rückzug aus der Massentierhaltung würden wir näher an den wirklichen Preis von Fleisch kommen. Ja, es gäbe weniger Fleisch und das zu höheren Preisen. Die jetzige Preisdifferenz zwischen Einkaufspreis und Herstellungspreis zahlt heute die Gesellschaft. Beispielsweise durch zu viel Nitrat im Grundwasser das anschließend mit viel Geld und Aufwand entfernt werden muss, um es wieder trinkbar zu machen.

Den bürokratischen Aufwand der heute nötig ist um Agrarindustrie Konzerne zu kontrollieren ist für kleine Landwirtschaften kaum zu bewältigen. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit im Dialog mit den Betroffenen hier nach guten Lösungen zu suchen.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist die gerechte Verteilung der Agrar-Subventionen. Ein großer Teil dieser Entscheidung liegt eine Ebene höher in der EU und wird alle 7 Jahre neu verhandelt. In dieser Gap-Periode (gemeinsame Agrar Politik) von 2021-2027 werden vermutlich 80% der Subventionen rein an die Fläche gekoppelt sein und 20% nach anderen Kriterien vergeben. Dementsprechend werden Landwirtschaften belohnt, die ihre Anbau/Bewirtschaftungsfläche immer weiter vergrößern ohne dabei auf weitere Kriterien wie zum Beispiel Ökologie, Artenvielfalt, Dünge“verhalten“ oder ähnliches zu achten. Umso wichtiger ist es in der nächsten Legislaturperiode die nationale Umsetzung also die nicht flächengebundenen Subventionen sinnvoll zu verteilen.

Die Landwirte und Landwirtinnen sind eine der wichtigsten Verbündeten in der jetzigen Zeit des Wandels. Wenn Politik und Landwirtschaft – nicht die Agrarindustrielobby – sinnvoll auf Augenhöhe zusammenarbeiten und faire Vereinbarungen treffen, können wir weiteres Höfesterben verhindern, gesunde Nahrungsmittel für die Bevölkerung vorhalten und haben eine intakte Natur.