Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft wurde in den letzten Jahren vernachlässigt. Für den Kampf gegen die Klimakatastrophe ist gesunder Wald jedoch unentbehrlich. Mit rund 30% der Gesamtfläche Deutschlands liegt auch hier eine große Verantwortung. Der gesamte Wald in Deutschland entlastet die Umwelt um ca. 127mio Tonnen CO2 pro Jahr was ca. 14% der Emissionen Deutschlands entspricht (BMEL). Über die letzten Jahre steht der Wald jedoch zunehmend unter Stress; Extremwettersituationen wie Hitzesommer, Stürme oder Dürren häufen sich durch den Klimawandel und nehmen weiter zu. Diese klimatischen Stressfaktoren begünstigen weitere Einflüsse wie zum Beispiel Schädlingsbefall. Der Borkenkäfer zieht seit mehreren Jahren durch die Monokultur Fichtenbestände und lässt häufig gänzlich zerstörte Flächen zurück. Deshalb ist es wichtig den Wald jetzt umzubauen.

Wir brauchen mehr klimaresiliente und naturnahe Mischwälder. Da rund die Hälfte des Waldes in Deutschland in Privatbesitz ist, gilt es hier die Waldbesitzer sowohl finanziell als auch informell zu unterstützen. Der sogenannte „Altersklassenwald“ muss schneller in einen vielfältigen Dauermischwald umgebaut werden. Zukünftig sollten Kahlschläge nur in Notsituationen umgesetzt werden.

Der Waldumbau kann nur gelingen, wenn der Wildbestand zur Fläche passt, also eine Balance zwischen Wald und Wild existiert. Jungbäume zu ziehen ist mit den klimatischen Widrigkeiten schwierig genug. Dementsprechend ist es nötig mit einem waldfreundlichen Wildtiermanagement auf die Situation zu reagieren.

Ein Ziel des Bundes war 5% des Waldes in Deutschland aus der Wirtschaftsnutzung auszunehmen und ihn zu sogenanntem Naturwald umzuwidmen. Geschafft wurde das bei ca. 3%. Um die biologische Vielfalt zu stärken bräuchten wir dringend mehr Naturwald und Wildnis.

Im Wirtschaftswald gilt es Totholz zu belassen, um den Wald feucht zu halten und die Wälder so weniger anfällig für Trockenzeiten und Brände zu machen. Außerdem bildet Totholz natürliche Habitats Strukturen, die der Artenvielfalt und Biodiversität zuträglich sind. Dafür sind die aktuellen Vorgaben nicht weitreichend genug. Dabei gilt es die Länder zu unterstützen.

Sowohl im Staatswald als auch insgesamt wurde geschultem Forstpersonal in den vergangenen Jahren viel finanzielle Unterstützung genommen. Ohne gut ausgebildetes Personal kann ein nachhaltiger Waldumbau und die Schulung von Privatwaldbesitzern nicht umgesetzt werden. Deshalb müssen wir auch hier in unsere Zukunft investieren.